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Bernhard Leitner

Gerhard Storck : Eigenschaften des Räumlichen
(Zur Ausstellung Museum Haus Lange, Krähfeld 1979)

Mit der TON:RAUM-Ausstellung von Bernhard Leitner hat sich das Museum Haus Lange auf ein neues künstlerisches Gebiet begeben. Man kann heute noch nicht sagen, worin das Ganze "seinen Sinn" hat und worauf es hinausläuft; aber es läßt sich leicht feststellen, daß man ganz neue Seiten des eigenen Empfindens entdeckt, wenn man in den Bannkreis dieser TON:RAUM-Instrumente gerät. Man ist sofort fasziniert, weil man räumliche Grenzsituationen wahrnimmt, an die man nicht einmal im Traum gedacht hätte-: man ist sprachlos, fühlt sich aber zugleich ganz sicher. Verwirrend ist, daß man hier unvermittelt den Ton-Bewegungen ohne Begriffe gegenübersteht; beruhigend ist, daß sich dann rasch das stabile Gefühl einstellt, man brauche sich jetzt nur noch auf seine Sinne zu verlassen.
"Hier und Jetzt" spielen bie diesen TON:RAUM-Instrumenten überhaupt eine entscheidende Rolle, wenn man davon ausgeht, daß im "Hier" die Erfüllung des Raumes liegt und im "Jetzt" die Erfüllung der Zeit. Raum und Zeit, im Augenblick ihrer Wahrnehmung, aus der Ton-Bewegung heraus, so miteinander zu verknüpfen, daß ein sicheres Gefühl für das Eingebettetsein in der "Tiefe" als Existenzgrundlage entsteht. Schon bei der ersten Berührung mit den TON:RAUM-Instrumenten gerät sofort die gewohnte Annahme ins Wanken, Raumbestimmung sei vor allem ein architektonisches Problem - nur zu lösen mit statischen Mitteln. Wenn man auf den Instrumenten Platz gefunden hat, nimmt man die architektonischen Grenzen nach kurzer Einstimmung nur noch am Rande wahr, ohne jedoch - wie in der Musik - in eine "andere Welt" versetzt zu sein. Der Raum insgesamt ändert sich nicht, sondern wird in seiner Tiefe aufgeschlüsselt. [»]