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Bernhard Leitner

Wulf Herzogenrath
Einige persönliche Gedanken zum Werk von Bernhard Leitner von sehr persönlichen Wahrnehmungen ausgehen. Aber dies scheint mit eine der wesentlichen Grundlagen bedeutender Kunst der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zu sein.

1. Eine ungewöhnliche Vorbemerkung: Bernhard Leitner

nomen est omen: bei diesem Künstler muß man mit dem Einfachen beginnen, denn das Werk ist beeindruckend klar, präzis und ornamentlos:
a. Bernhard, sicher in Erinnerung an Bernhard von Chartres, dem Scholastiker des 12. Jahrhunderts, der nur die Ideen als Universalien zuließ.
b. Leiten, ist ein Hinführen auf Wesentliches, ohne Didaktik, aber stringent, also ist der Leitner der welchen jemand auf den richtigen Weg bringt, den man aber selbst gehen muß.

2. "Ton:Raum" 1979 - meine erste Begegnung mit der "Raum-Wiege"

Im Museum Haus Lange in Krefeld, in dem wunderbaren Haus aus den 20er Jahren von Ludwig Mies van der Rohe, fand eine Ausstellung von Leitner statt, Juni 1979. Damals sprach man noch nicht über "Klang-Skulpturen", ein Mode-Wort der Kunstszene der späteren Jahre. Noch hatten wir keine Begriffe, kaum Vergleichs-Beispiele. In Krefeld waren vier unterschiedliche "Instrumente" ausgestellt. In den so vornehm proportionierten ehemaligen Wohnräume haben Künstler spezielle Herausforderungen zu lösen: Keine Museums-Aura, sondern eher privaten Raum-Maße und zugleich perfekt zueinander geordnete Räume, die für sich allein Baukunst (Mies van der Rohe vermied das Wort Architektur) sind.  [»]