| [«] In den Katatlogtexten zu seinen Tonräumen spricht er seitdem von atmenden, wogenden, federnden, zuckenden, langsamen, gekneteten, gewölbten, flackernden oder prickelden Räumen. Nur so viele Attribute seien hier aufgezählt, wie verdeutlichen, daß neben akustischen Eindrücken visuelle (gewölbt, flackernd ...) und haptisch-kinästhetische Qualitäten (prickelnd, geknetet, wogend ...) eine Rolle spielen. Was ist Raum? Einige prinzipielle Überlegungen zu dieser Frage seien ausgeführt. Die Raumwahrnehmung besteht nicht nur aus der Ansicht von vier oder acht Ecken. Sie geht vielmehr aus einem komplizierten Integrationsprozeß hervor, an dem visuelle, aktustische und haptisch-kinästhetische Eindrücke eine Rolle spielen. Das Auge reicht am weitesten, aber es vermittelt Vorgänge, die neben oder hinter einer Person spielen, sehr schlecht. | Das Ohr dient hier zum Ausgleich, mit ihm können wir im Dunklen sehen, weil die Reflexion von Schallquellen Auskunft über das Volumen eines Raumes gibt. DIe Reichweite des Ohres ist jedoch kleiner als die des Auges. Haptisch-Kinästhetische Eindrücke erschließen den Nahraum und sie geben lebenswichtige Aufschlüsse über die eigene Körperposition. Darüber hinaus werden geometrische Operationen erlernt. Höhe, Breite und Länge können in Zentimetern vermessen werden. Die abstrakt begrifflichen Angaben beschreiben aber nicht die Orientierung im Raum. Denn der geometrische Raum ist ein Beziehungsgeflecht von Punkten, für das der Standort eines Subjekts keine Rolle spielt. Daß in eine gleiche DIstanz nach unten zu schauen, etwas anderes bedeutet (zum Beispiel Schwindel vor dem Abgrund), als nach oben zu sehen, ist für die geometrische Bestimmung irrelevant. [»] | |