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Bernhard Leitner

Helga de la Motte-Haber:
Ton-Räume-Felder-Objekte

Klang und Raum - damit ist ein Thema angeschnitten, das auf eine jahrhundertalte Tradition künstlerischen Denkens verweist. Architekturmetaphern wurden seit dem Beginn der Neuzeit zur Beschreibung von Musik verwendet und umgekehrt ist die Charakterisierung der Architektur als verstummter Tonkunst (Goethe) oder als geforener Musik (Schelling) zum geflügelten Wort geworden. Das Thema Klang und Raum wurde jedoch im 20. Jahrhundert zu einer intensiven Herausforderung, Naturwissenschaftliche Erkenntnisse haben die die alltäglichen Dimensionen der räumlichen Orientierung infrage gestellt. Die axiomatische Trennung von räumlichen und zeitlichen Vorgängen ist nur mehr als ein Konstrukt zu verstehen. Auch die technischen Entwicklungen haben an den herausgebrachten Setzungen gerüttelt.
Lautsprecher, Soundsampling, synthetische Tonerzeugung machen Klänge jeglicher Art unabhängig von ihrer Schallquellen und sie machen sie an jedem Ort verfügbar. Klänge können durch computergesteuerte Systeme heute zeitlich exakt im Raum verteilt weden. Utopische Entwürfe klingender Räume, deren Gestaltung nicht nur zum Sehen, sondern auch zum Hören bestimmt ist, wurden realisierbar. Am Ende des 20. Jahrhunderts, das in manchen Jahrzenten nur wie eine Nachgeschichte wirkte, zeigen sich neue, in sich reich differenzierte Kunstformen einer Integration von Raum, Zeit und Klang, die mehr sind als nur ästhetische Innovationen, weil sie an prinzipielle Fragen des Erkenntnisvermögens rühren. Bernhard Leitner begann 1968 Ton als architektonisches, skulpturales Material zu entdecken und damit räumliche Untersuchungen vorzunehmen.  [»]