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Bernhard Leitner

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weit gehend der bewussten Kontrolle entzogen, werden Herz, Atemfrequenz, Blutdruck samt der psychosomatischen Implikationen beeinflusst; kurz, das körperlich-geistige Wohlbefinden. Dadurch, dass die moderne Architektur diese Phänomene unterbewertet, wenn nicht überhaupt vernachlässigt hat, ist sicher großer Schaden angerichtet worden. Hier muss angefügt werden, dass wir große Schwierigkeiten haben, über das Hören von Raum, über den hörbaren Raum zu sprechen. Es fehlen die Begriffe. Unsere im Visuellen verankerte Sprache versagt.
 
C: Schon das Höhen-Gefühl in Räumen ist schwer in Worte zu fassen. Wenn heute alle Räume einer Wohnung durchweg die gleiche Höhe haben, kann das in der Architektur begründet sein. Meist aber ist es ein bloßer Rationalisierungseffekt, konform mit der Einhaltung einer vorgeschriebenen Mindesthöhe für dauernd bewohnte Räume. Wozu auch wechselnde Raumhöhen?

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Da unser Gesichtsfeld in der Höhe nur einen Raumwinkel von 27 Grad über und 6 Grad unter dem Horizont erfasst, fällt dem, der einen 5 m tiefen Raum betritt, erst eine Decke, die 4,50 oder 5,00 m hoch ist, nicht gleich in den Blick. Zugegeben, das Verhältnis von Raumtiefe zu Raumhöhe wie 1:1 ist ein etwas absurdes Raummaß. Hier müssen wir nun aber sagen: man sehe nicht nur hin, man höre auch hin: die wechselnden Höhen "sprechen" nämlich.
 
L: Die Macht der Akustik liegt im Einfinden eines Menschen in den Klang des Raumes, in die Zeit eines Raumes. Dabei ist es der Mensch selbst, der den Raum zum Klingen bringen muss—durch Schritte, Worte, durch geräuscherzeugendes Handeln, durch sein Atmen. Diese Verknüpfung von Mensch und Raum, die, da durch Töne hergestellt, bis tief in das Innerste des Menschen reicht, ist wie eine Art Dialog, für den die akustischen Prämissen bestimmend sind. Dieser Dialog führt zur Selbsterfahrung im Klang des Raumes.